Cobenzl


Impressionen vom Cobenzl
2016_07_09


Cobenzl

Etwas südlich des Kahlenberges, ganz nahe an der Höhenstraße, findet man in den Wanderkarten den Cobenzl. Kaum jemand fragt sich, wieso denn mit dem Cobenzl eigentlich die, an dem völlig unbekannten Latisberg gelegene, Bergstufe in nur 377 m Sh. viel bekannter und populärer ist, als der eigentliche Latisberg (492 m Sh.) selbst. Allgemein wird mit Cobenzl der Latisberg bezeichnet.

Heute mag das daran liegen, daß man über die Höhenstraße bequem den großen Parkplatz am Cobenzl erreichen kann und von dort aus mit wenigen Schritten zum Heurigen bzw. zum Cafe-Restaurant gelangen kann, von wo aus man einen wunder- baren Ausblick über Wien hat. Daß man damit eigentlich nur auf einer Hangstufe des Latisberges angelangt ist, ist nicht allzu wesentlich, weil man ja trotzdem „am Cobenzl“ war und ein bißchen Gipfelsieg in dieser Bezeichnung mitklingt.

Der Cobenzl hat jedoch nicht erst in den Tagen der Motorisierung Bedeutung gefunden. Bereits 1775 hat der Politiker Graf Philipp Cobenzl am Ostabhang des Latisberges ein Schloß errichtet und „Leuten von Distinction Einlaß in seinen Park gewährt“ (Zitat Franz Gaheis). Dieser Park erscheint, wenn wir heute die Umgebung des Cobenzl betrachten, fast wie eine Phantasiegeschichte des angesehenen Berichterstatters Gaheis.

Das Schloß diente erst während des zweiten Weltkrieges einem spezielleren Zweck, als man dort für verwundete Soldaten ein Lazarett einrichtete. Inschriften der Soldaten auf alten Bäumen in der Umgebung weisen noch heute darauf hin, noch sind einige Jahreszahlen aus den Kriegsjahren erkennbar.

Nach dem Krieg verfiel das Schloß gänzlich. Und 1966 machte man den Fehler, das Problem mit der Spitzhacke und dem Bagger zu lösen. Heute befindet sich an der Stelle des einst schönen Schlosses eine kleine Wiese und ein paar Bänke bieten die erste Rast, wenige Meter nach dem Parkplatz am Cobenzl. Ein Aussichtspunkt vor diesen Bänken bietet einen schönen Ausblick auf die Stadt, niemand würde jedoch annehmen, sich dort auf der Stelle eines noch vor einigen Jahrzehnten sehr eindrucksvollen und geheimnisvollen Schlosses zu befinden.

Der Latisberg wird 1354 erstmals urkundlich als Laydersperg“ benannt, ursprünglich soll die Bezeichnung auf „Leiderates berc“, also „der im Leid Rat Gebende“ zurückgeführt werden. Angeblich soll sich dort ein Versammlungsplatz (Richtplatz) befunden haben.

Quelle: Der Cobenzl


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